Willkommenskitas

Einen gemeinsamen Fachtag veranstalteten der Caritasverband Würzburg und der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen am 4. Mai 2016 zum Thema "Willkommenskitas".

Millionen von Kindern, Jugendlichen, Männern und Frauen sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Sie fliehen vor Krieg oder vor Verfolgung, zum Beispiel aus politischen und religiösen Gründen. Nach aktuellen Schätzungen des Flüchtlingshilfwerkes der Vereinten Nationen (UNHCR) sind weltweit rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht. In Bayern sind 69.000 Kinderzwischen 0 und 7 Jahren aufhältig, 9.831 Kinder haben ein anhängiges Asylverfahren. Die Krisenherde, die die Flüchtlingsströme auslösen, befinden sich zum Beispiel in Nahost, besonders in Syrien, Jemen und Irak, im Hindukusch, Afganistan und Pakistan, in einigen Ländern West und Zentralafrikas wie beispielsweise dem Kongo oder Nigeria sowie in Europa auf dem Balkan.

Von den in Deutschland ankommenden Flüchtlingen sind rund ein Drittel Kinder. Es gibt hier dennoch keine gesicherten und offiziellen Zahlen, aber viele der Kinder haben oft Schlimmes erlebt und sind in der Folge traumatisiert. "Trotzdem gilt, dass es "die Flüchtlingskinder“ nicht gibt, ihre Geschichten und Hintergründe unterscheiden sich stark voneinander. Manche von Ihnen haben in ihren Herkunftsländern in extremster Armut gelebt und konnten keine Schule besuchen. Manche Kinder haben Ärzte oder Lehrer als Eltern und konnten in relativem Wohlstand leben. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie geflohen sind, dass sie ihren Besitz und ihre Heimat zurückgelassen haben und jetzt als mittellose Flüchtlinge in Deutschland sind und mit verschiedenen Schwierigkeiten kämpfen – denn eine Flucht ist kein Umzug", betont Geschäftsführerin Pia Theresia Franke.

"Fühlt sich ein Kind willkommen und sicher in einer Einrichtung, wird Integration und Lernen möglich. Entscheidend dabei ist auch die Haltung der Erzieherinnen und Erzieher, wie auch der Lehrer und Lehrerinnen, sofern es sich um Schulkinder handelt. Damit Kinder in den Kindertageseinrichtungen gut unterstützt werden können gehört es auch dazu, sich über mögliche Folgen und Hintergründe von Flucht, Vertreibung und dem Leben in Fremde bewusst zu machen", unterstrich Franke. Gleichzeitig dankte sie den Erzieherinnen und Erziehern, Kinderpflegerinnen und Kinderpflegern, was sie bereits jetzt in ihrer täglichen Arbeit dafür leisten würden.

"Auch wenn Kinder mit Fluchthintergrund Schlimmes erlebt haben, ihnen hilft immer ein sicheres Umfeld und das Gefühl, angenommen zu sein, Erwachsene, die an die Kinder und ihre je eigenen Fähigkeiten glauben sowie der Kontakt zu Gleichaltrigen im gemeinsamen Spielen und Beisammensein. Alle diese Faktoren stärken die Kinder und helfen ihnen bei einem positiven Blick auf die Zukunft. Auch wenn diese Kinder die Kita aus den unterschiedlichsten Gründen wieder verlassen werden sammeln sie hier Erfahrungen, an die sie sich sehr lange positiv erinnern werden", so Franke.