Multiprofessionelle Teams

Die Mischung macht’s? Multiprofessionelle Teams unter der Lupe

Im Rahmen des Bundeskongresses „Qualität vor Ort“ bietet Geschäftsführerin Maria Magdalena Hellfritsch gemeinsam mit Maria-Theresia Münch, wissenschaftliche Referentin beim Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge den Workshop „Die Mischung macht’s? Multiprofessionelle Teams unter der Lupe“ an. Der Bundeskongress findet vom 3. bis 4. Mai 2018 in Berlin statt und steht unter dem Leitwort „Qualität in der frühen Bildung“. Mit Blick auf die Weiterentwicklung der Qualität in Kindertageseinrichtungen gibt  Hellfritsch insbesondere Einblick in das Pilotprojekt für qualifizierte Quereinsteiger „Fachkraft mit besonderer Qualifikation“, das derzeit als praxisintegrierte Weiterbildung im Verband katholischer Kindertageseinrichtungen durchgeführt wird.

Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen stehen immer mehr Herausforderungen und neuen Aufgaben gegenüber. Erste Schritte sind jetzt unternommen worden, um Multiprofessionelle Teams in Kindertageseinrichtungen zu etablieren. Im Vortrag geht es insbesondere um die Klärung des Verständnisses von multiprofessionellem Arbeiten, um dessen Potentiale und die Gelingensbedingungen für  das Arbeiten in multiprofessionellen Teams. AGF/HEL

Pressemitteilung: Ausbau multiprofessioneller Teams in Kindertageseinrichtungen auf hohem Niveau

PRESSEMITTEILUNG
Ausbau multiprofessioneller Teams in Kindertageseinrichtungen auf hohem Niveau
Verband katholischer Kindertageseinrichtungen fordert weitere staatliche Förderung

München, 12. März 2018. Der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern e.V. fordert den weiteren Ausbau von multiprofessionellen Teams in Kindertageseinrichtungen in Bayern unter Wahrung der pädagogischen Qualität. Gründe dafür sind vor allem der große Aufgabenzuwachs, den das pädagogische Personal im Alltag zu bewältigen hat. In diesem Zusammenhang stehen unter anderem die notwendige Entwicklung der Kitas zu inklusiven Einrichtungen und das Angebot längerer Öffnungszeiten, um Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Der schon jetzt bestehende Fachkräftemangel wird sich mit dem kommenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Schulkindern eklatant verschärfen. Mit den bisherigen Ausbildungs- und Weiterbildungswegen wird der Bedarf an Fachkräften deshalb nicht zu decken sein. „Es ist eine Zukunftsaufgabe, Quereinsteiger mit gleichwertigem Ausbildungsniveau für die Arbeit als pädagogische Fachkraft in Kitas zuzulassen“, betont Maria Magdalena Hellfritsch, Geschäftsführerin des Verbandes katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern e.V. Diese müssten dazu sozialpädagogisch qualifiziert werden.

Ein Weg zum Ausbau multiprofessioneller Teams auf entsprechendem Niveau ist durch das Pilotprojekt für Quereinsteiger „Fachkraft mit besonderer Qualifikation in Kindertageseinrichtungen“ geöffnet worden. Zugangsvoraussetzung ist mindestens ein Berufsabschluss auf dem Ausbildungsniveau einer Fachakademie (DQR Niveau 6). Der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern e.V. ist einer der drei bayernweiten Anbieter. Die Weiterbildung ist durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert. Bisher ist die Förderung lediglich für einen Weiterbildungsdurchgang gesichert. Hellfritsch fordert in diesem Zusammenhang eine weitere staatliche Förderung der Weiterbildung. „Um die Weiterbildung unter Wahrung der notwendigen pädagogischen Qualität dauerhaft zu sichern, müssten vom Freistaat weiterhin Mittel bereit gestellt werden“, so Hellfritsch.

Kinder werden heute früher und länger in der Kindertageseinrichtung betreut. „Daher ist es von großer Bedeutung, pädagogische Qualität in Einrichtungen der Erziehung, Bildung und Betreuung in der Kindheit verantwortungsvoll zu entwickeln“, betont Hellfritsch. Fachpersonal aus anderen Disziplinen könne im pädagogischen Alltag wichtige Schwerpunkte setzen und die in der Kita geforderten Bildungsbereiche vertiefen. Der Focus liege auf Berufen z.B. aus dem therapeutischen, religionspädagogischen, dem kreativen, naturwissenschaftlichen und hauswirtschaftlichen Bereich, aus Umwelt, Handwerk und Bewegung. HEL/AGF

 

Auftaktveranstaltung der Weiterbildung "Fachkräfte mit besonderer Qualifikation in Kindertageseinrichtungen"

Der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern e.V. fördert den Ausbau von multiprofessionellen Teams in Kindertageseinrichtungen. Dazu bietet er die Weiterbildung „Fachkraft mit besonderer Qualifikation in Kindertageseinrichtungen“ für Personen außerhalb von traditionell pädagogischen Berufen an, die in Kitas arbeiten wollen. Die Weiterbildung wird zum ersten Mal in Bayern angeboten und begann am 29. Januar 2018 mit der Auftaktveranstaltung im Münchner KKV-Hansa Haus. Ministerialrat Dr. Johann Eirich machte in seinem Grußwort deutlich, dass der Verband einer von drei Anbietern dieser innovativen Weiterbildung sei, die vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert werde.

„Kindertageseinrichtungen stehen vor zahlreichen neuen Herausforderungen und enormem Aufgabenzuwachs, beispielsweise muss das pädagogische Personal vielerorts lange Betreuungszeiten bewältigen und Inklusion mit hoher Qualität umsetzen. Multiprofessionelle Teams eröffnen hier neue Möglichkeiten, denn im Einsatz unterschiedlicher Professionen greifen unterschiedliche Kompetenzen ineinander“, betont Geschäftsführerin Maria Magdalena Hellfritsch.

"Wir haben vor allem die veränderte Lebenswelt von Familien und Kindern im Focus, wenn wir eine berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit im Kita-Team unterstützen". Der Anteil der institutionalisierten Bildung, Erziehung und Betreuung im Lebenslauf der Kinder würde bedeutsam wachsen. "Deshalb gehört es zu unseren Aufgaben, die Kitas nicht nur nach außen sondern auch nach innen zu öffnen", so Hellfritsch. „Indem wir weitere hochqualifizierte Berufsgruppen integrieren, holen wir die Lebenswelt in die Kitas“.

Hellfritsch dankte den Trägern der Kindertageseinrichtungen für ihre Offenheit und ihr Vertrauen. "Sie machen sich gemeinsam mit uns auf einen noch unbekannten Weg". Hellfritsch begrüßte in diesem Zusammenhang, dass die Weiterbildung auch extern vom Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) qualitativ und quantitativ evaluiert werde.

21 Teilnehmer und Teilnehmerinnen von 67 Bewerber/innen haben sich über ein standardisiertes Assessment-Center für die Weiterbildung qualifiziert. Darunter sind vier Männer und 17 Frauen. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine abgeschlossene Berufsausbildung mindestens auf Meister-Niveau sowie Berufserfahrung. Unter den in der Weiterbildung vertretenen Berufen sind Landschaftsgärtner/innen, Dipl.-Kirchenmusiker/innen, staatlich geprüfte/r Holztechniker/innen, Dipl.-Ingenieure/innen, Dipl.-Geographen/innen, Ergotherapeuten/innen und Fachlehrer/innen.

Schwerpunktthemen der Weiterbildung sind u.a. der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan, das Bayerische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) und die ganzheitliche Gestaltung von Bildungssituationen. Die Teilnehmenden werden insbesondere auch dafür qualifiziert, ihre bereits bestehende Berufsqualifikation im Sinne eines professionellen Miteinanders in die pädagogische Arbeit mit Kindern im Alltag einer Kindertageseinrichtung einbringen zu können. (AGF)

Die Weiterbildung wird mit Mitteln aus dem Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert.