Corona

Übernahme der Kita-Beiträge für Eltern und weitergehende Fragestellungen

Der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern e.V. begrüßte am 26. Januar 2021 die Mitteilung des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, einen Elternbeitragsersatz für Kita-Beiträge zu übernehmen. Söder gab im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt, dass die gleichen Beitragspauschalen wie beim ersten Lockdown für Januar und Februar 2021 übernommen werden, diesmal unter Beteiligung der Kommunen.

  • In einem Gespräch mit den Vertretern des Sozialministeriums am 28. Januar 2021 hat sich herausgestellt, dass Kommunen den kommunalen Anteil senken oder nicht übernehmen können. Dies wird dann wohl für Kommunen zutreffen, die wegen einer vorläufigen Haushaltsführung keine Entscheidung über zusätzliche freiwillige Leistungen treffen können. In diesen Fällen muss aus unserer Sicht der Freistaat eintreten. Der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern setzt sich auf politischer Ebene dafür ein, dass die aktuelle Vereinbarung zwischen Freistaat und Kommune zur anteiligen Übernahme nicht zulasten der Kita-Träger geht.
  • Mittagsverpflegung bei Notbetreuung an bis zu fünf Tagen (Bagatell-Klausel): Bezüglich der Kostenübernahme für Mittagsverpflegung im Rahmen der Bagatell-Klausel hat der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen beim StMAS auf eine Klärung hingewirkt. Die Kosten für die Mittagsverpflegung sind in diesem Fall von den Eltern zu tragen. Die soll über die noch ausstehende Richtlinie geregelt werden.

Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern begrüßt Entscheidung

PRESSEMITTEILUNG

Bayerischer Freistaat leistet erneut Pauschale für Elternbeiträge
Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern begrüßt Entscheidung

München, 26. Januar 2021 – Der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern e.V. begrüßt die Ankündigung des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, einen Elternbeitragsersatz für Kita-Elternbeiträge zu übernehmen. Der Bayerische Ministerpräsident hat am 26. Januar 2021 im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass die gleichen Beitragspauschalen wie beim ersten Lockdown für Januar und Februar 2021 übernommen werden, sofern die Notbetreuung nicht oder nur gering in Anspruch genommen wurde. „Wir begrüßen sehr den erneuten Elternbeitragsersatz, der nun anteilig vom Freistaat und den Kommunen übernommen wird“, so Maria Magdalena Hellfritsch, Geschäftsführerin des Verbandes katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern e.V. Sie bedankt sich auch für vorausgegangene konstruktive Gespräche mit dem Bayerischen Sozialministerium.

„Positiv ist die zusätzlich beschlossene sogenannte Bagatell-Klausel, mit der eine dringende Forderung des katholischen Kita-Verbandes umgesetzt wird. Demnach wird der Elternbeitragsersatz auch geleistet, wenn Kinder nicht mehr als fünf Tage pro Monat die Notbetreuung in Anspruch genommen haben“, so Hellfritsch. In der Vergangenheit habe zu Unmut geführt, dass bei wenigen Betreuungsstunden der volle Monatsbeitrag gezahlt werden sollte. „Dies ist nun vom Tisch“, so Hellfritsch.

Hellfritsch sprach sich im Falle einer Öffnung der Kitas für „Kitagespräche“ analog zu den Schulgesprächen aus. Dabei sollte nach Hellfritschs Wunsch ein Stufenmodell entwickelt werden, das festschreibt, wie schrittweise der reguläre Betrieb unter Wahrung des Gesundheitsschutzes für das pädagogische Personal wieder aufgenommen werde könne.

In Bayern besuchen ca. 197.000 Kinder eine der rund 2.770 katholischen Kindertageseinrichtungen. Für deren Finanzierung sind Elternbeiträge ein wesentlicher Faktor. HEL/AGF

Ungleichgewicht zwischen Arbeitsanforderungen und konkreten Bedingungen in Kitas

Katholischer Kitaverband: Attraktivität des Erzieherberufs stärken
Ungleichgewicht zwischen Arbeitsanforderungen und konkreten Bedingungen in Kitas

München, 1. Dezember 2020 – Die Ergebnisse der gestern veröffentlichen OECD-Studie „Talis Starting Strong“ haben noch einmal mehr bestätigt, dass die aktuellen Bedingungen im Bereich der Kindertageseinrichtungen nicht mit den gewachsenen Aufgaben Schritt halten. So soll das pädagogische Personal etwa lange Betreuungszeiten anbieten, Inklusion und Kinderschutzkonzepte umsetzen, verstärkte Zusammenarbeit mit Familien voranbringen und Bildungschancen für alle Kinder garantieren. „Das Ungleichgewicht zwischen den Arbeitsanforderungen und den zur Verfügung gestellten Ressourcen ist in Zeiten von Corona kaum mehr zu bewältigen“, betont Maria Magdalena Hellfritsch, Geschäftsführerin des Verbandes katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern. Seit Monaten würden Träger, Leitungen und pädagogisches Personal mit hohem Engagement am Limit arbeiten, um die notwendige Kindertagesbetreuung aufrecht zu erhalten. Andauernder Stress bis hin zur Erschöpfung sei die Folge. Mit Blick auf die Studie spricht sich Hellfritsch für den Ausbau angemessener Rahmenbedingungen für Kitas aus. „Die Tätigkeit muss zudem eine noch breitere gesellschaftliche Anerkennung finden“.

Ein wichtiger Baustein für die Steigerung der Qualität und Attraktivität des Erzieherberufs sieht Hellfritsch auch in der Schaffung von Fachkarrieren über Funktionsstellen in der Kita. Dies würde nicht nur zur Bindung der Fachkräfte beitragen, sondern auch zur Personalgewinnung. Gleichzeitig könnten über Aufstiegschancen mehr männliche Erzieher für die Tätigkeit gewonnen werden. Von der Studie wird in diesem Zusammenhang herausgestellt, dass sich das Kita-Personal nicht auf Funktionen wie Leitungstätigkeit oder Praxismentoring vorbereitet fühlt. Qualifizierende Fort- und Weiterbildungen führen zu mehr Professionalisierung. „Da aber chronischer Fachkräftemangel herrscht, können bestehende, gute Angebote oft gar nicht erst wahrgenommen werden“, erklärt Hellfritsch.

Bedenklich sei das Ergebnis der Studie, wonach 25% der befragten Fachkräfte in Erwägung ziehen würden, ihre Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen aufzugeben. „Angesichts der angespannten Personalsituation, die durch Corona noch verstärkt wurde, können wir es uns nicht leisten, auch nur eine Person zu verlieren“, betont Hellfritsch. Nach Berechnungen der Bayerischen Staatsregierung fehlen allein bis zum Jahr 2025 rund 30.000 Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen.

„Mit den katholischen Fachakademien für Sozialpädagogik sind wir überzeugt, dass die Ausbildung des Fachkraft-Nachwuchses in Deutschland sehr gut ist. Dies wurde auch durch die Ergebnisse der Studie bestätigt“, würdigt Hellfritsch. Das Ausbildungsniveau mindestens zu halten bzw. zu steigern sei daher ein wichtiges Zukunftsziel. HEL/AGF

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