Regelung des Einschulungskorridors

Der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern befürwortet grundsätzlich die Regelung des Einschulungskorridors. Dies, da die individuelle Entwicklung von Kindern, die in den Monaten Juli bis September geboren sind, besser berücksichtigt werden kann. Auch erhält die Entscheidung der Eltern stärkeres Gewicht als beim bisherigen Verfahren der Schulbesuchsempfehlung.  

Maria Magdalena Hellfritsch, Geschäftsführerin des Verbandes kritisiert jedoch den Zeitpunkt der Umsetzung. „Zwar wurde bereits im Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wählern für die Legislaturperiode 2018 bis 2023 vereinbart, dass an Grundschulen, unter Einhaltung des Einschulungstermins, ein Einschulungskorridor von Juli bis September eingeführt werden soll, in dem die Erziehungsberechtigten über den Beginn der Schulpflicht ihres Kindes entscheiden können“, so Hellfritsch. Überraschend komme jedoch Anfang Februar 2019 die Definition der Kriterien zur Einschulung und die Bekanntgabe des Zeitpunkts der Einführung des Korridors bereits im kommenden Schuljahr 2019/20.   

Eine organisierte offizielle Information der Kindertageseinrichtungen durch die zuständigen Behörden erfolgte nicht. Die Änderungen wurden erst durch Berichte aus der Presse bekannt.

Kindertageseinrichtungen, deren Anmeldungen für das neue Kindergartenjahr bereits seit Januar 2019 laufen, sehen sich vor Probleme gestellt, die bei einer Umsetzung im Schuljahr 2020/21 gar nicht erst entstanden wären. Befürchtet werden Verschiebungen bei den Fallzahlen von Schulanfängern, was Auswirkungen auf die Zahl freiwerdender Plätze in Kitas hätte. Auch ist nicht auszuschließen, dass die Elternbeitragsentlastung von 100,00 € monatlich Eltern dazu veranlasst, ihr Kind noch ein weiteres Jahr in der Kindertageseinrichtung zu belassen.

Letztlich liegen exakte Einschulungszahlen erst mit schriftlicher Mitteilung der Eltern am 3. Mai vor. Dementsprechend ist die Verunsicherung bei der Vergabe von Kitaplätzen bei Trägern und Leitungen von Kindertageseinrichtungen groß. Zudem werden ihnen durch die unnötige Eile der Umsetzung weitere zusätzliche Verwaltungsaufgaben zugemutet. Mit der vielfach versprochenen Verwaltungsvereinfachung oder gar –entlastung zugunsten der so notwendigen Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen hat das nichts zu tun. Schließlich geht es nicht nur um einen möglichst reibungslosen Übergang von der Kindertageseinrichtung in die Schule, sondern ebenso um einen möglichst reibungslosen Übergang von der Familie in die Kindertageseinrichtung. 

Hellfritsch fordert daher aus den genannten Gründen die Einführung des Einschulungskorridors erst für das folgende Schuljahr 2020/21. HEL