Politische Themen

Ob Flüchtlingskinder in Kitas, Erhaltung der Horte oder Fehlzeitenregelung: Der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen setzt sich für bessere Rahmenbedingungen katholischer Kitas ein.

Flüchtlingskinder in Kindertageseinrichtungen

Position des Verbandes: Generell haben alle Kitas, die Flüchtlingskinder aufnehmen, einen erhöhten Beratungs- und Betreuungsaufwand. Die Eltern von Asylbewerberkindern haben Fragen, die sich nicht nur auf die Betreuung in der Kita beziehen. Vor Ort ist in den Einrichtungen beispielsweise auch ein hohes Maß an Übersetzungshilfen erforderlich. In den einzelnen Kitas werden große Anstrengungen unternommen, die Kinder adäquat zu betreuen. Jedoch spiegeln die derzeitigen Rahmenbedingungen nicht die aktuellen Erfordernisse wider.

Der Verband setzt sich für eine unbürokratische Unterstützung für Kindertageseinrichtungen ein, die sich für Flüchtlingskinder engagieren. Hierzu gehört beispielsweise auch die Forderung einer Pauschalfinanzierung bei Aufnahme eines Kindes mit Fluchthintergrund, um Material, Übersetzungshilfen, Fortbildungen oder zusätzliche Personalstunden finanzieren zu können. Kindertageseinrichtungen mit Flüchtlingskindern benötigen spezifische Rahmenbedingungen, damit gerechte Bildungschancen für alle Kinder gewährleistet werden können.

Rahmenvertrag 35a SGB VIII

Position des Verbandes: Inklusion und damit inklusive Förderung aller Kinder verstanden als umfassende Teilhabe und Selbstbestimmung betrifft nicht nur das Bildungssystem, sondern geht weit darüber hinaus. Die Erstellung eines Rahmenvertrages für Schulkinder ist dringend erforderlich, um verlässliche Standards für die zu betreuenden Kinder und die Träger mit ihren Einrichtungen zu ermöglichen.

Der Verband setzt sich nachhaltig für die Erstellung eines Rahmenvertrages für Schulkinder ein. Es bedarf einer Bayerischen Rahmenvereinbarung für teilstationäre Angebote zur Tagesbetreuung für seelisch behinderte oder von einer seelischen Behinderung bedrohte Schulkinder im Sinne des § 35a SGB VIII in Kindertageseinrichtungen nach Art. 2 Abs. 1 BayKiBiG.

Inklusive Kindertageseinrichtungen

Position des Verbandes: Unserer Meinung nach benötigen wir unter Würdigung der Erfahrungen integrativer Kindertageseinrichtungen die Weiterentwicklung konzeptioneller Grundlagen, sachliche und bauliche Voraussetzungen, aber ebenso eine angemessene personelle Ausstattung mit Mitarbeiter/innen – auch mit unterschiedlichen beruflichen Profilen.

Der Verband setzt sich für die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für Kindertageseinrichtungen ein, um den Anspruch und die Anforderungen von Inklusion fachlich qualitativ umsetzen zu können. Eine weitere Forderung ist dem Verband in der Öffnung hin zu inklusiven Kindertageseinrichtungen wichtig: Weitere Hilfen nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz für die Familien, um diese an und in den Prozessen der Inklusion aktiv zu beteiligen. Hierbei ist auch die Weiterentwicklung der Gesetzgebung dringend geboten, dass Familien Leistungen aus einer Hand erhalten. Memorandum des Verbandes zur Inklusion hier.

Rahmenbedingungen für Kindertageseinrichtungen

Der Mindestanstellungsschlüssel wurde seit Inkrafttreten des BayKiBiG von 1:12,5 auf jetzt 1:11,0 verbessert. Der empfohlene Anstellungsschlüssel (§ 17 Abs. 1 AVBayKiBiG) liegt seitdem jedoch unverändert bei 1:10,0.

Der Verband setzt sich für die Verbesserung des empfohlenen Anstellungsschlüssels ein, um eine Flexibilisierung des Personaleinsatzes zu ermöglichen. Das Delta zwischen Mindestanstellungsschlüssel und empfohlenem Anstellungsschlüssel muss dringend vergrößert werden. In der Praxis gibt es zunehmend Probleme bei Revisionen und Kommunen (Abschluss von Betriebskostenvereinbarungen), da auf diese gesetzliche Normierung hingewiesen wird. Die Träger sind jedoch planerisch auf eine größere Flexibilisierung beim Personaleinsatz angewiesen.

Fachkräftebedarf

Position des Verbandes: Die Situation der Kindertageseinrichtungen in den vergangenen Jahren hat sich bedingt durch den verstärkten Ausbau von Plätzen für Kinder in den ersten Lebensjahren in personeller und qualitativer Hinsicht dramatisch zugespitzt. Der Rechtsanspruch ab August 2013 trägt dazu bei, das Tempo des Ausbaus zu beschleunigen. In weiten Teilen besteht derzeit in Bayern aber ein erheblicher Fachkräftebedarf. Dieser zeichnet sich höchst unterschiedlich ab und lässt aufgrund fehlender valider Zahlen keine Prognose zu. Selbst wenn sich auf offene ausgeschriebene Stellen noch Erzieher/innen bewerben, so sind diese Zahlen von Interessentinnen rückläufig. Eine Erhöhung der Fachkraftquote und die damit verbundene Verbesserung der Qualität sind jedoch unabdingbar.

Der Verband setzt sich daher für die Gewinnung von Fachkräften ein: In unterschiedlichen Weiterbildungsmaßnahmen des Verbandes, die in Kooperation mit der Erzdiözese München und Freising und mit Unterstützung des Sozialministeriums stattgefunden haben, sind Heilerziehungspfleger/innen und Kinderpfleger/innen zu Fachkräften ausgebildet worden. Es braucht unterschiedliche Wege, Fachkräfte für Kindertageseinrichtungen zu gewinnen. Das neue Modell der Ausbildung "Optiprax" ist ein geeigneter Schritt, neue Fachkräfte und neue Zielgruppen für den Erzieher/innenberuf zu gewinnen. Doch darüber hinaus sind auch weitere Ansätze wie Teilzeitausbildung und Weiterqualifizierung anderer Berufsgruppen erforderlich.

Erhaltung der Horte

Position des Verbandes: Der Verband setzt sich für die Zukunft der Horte ein und begleitet deren inhaltliche und politische Weiterentwicklung. Das Besondere an Horten ist die professionelle Begleitung der Kinder und Jugendlichen durch ausgebildete pädagogische Fachkräfte. Auch der Blick auf die Familien und deren Unterstützung ist ein wesentlicher Bestandteil. Ein verstärkter Ausbau von Ganztagsbetreuung für Schulkinder ist auch infolge des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz bereits ab dem 1. Lebensjahr grundsätzlich zu begrüßen, doch ist auch bei der Schulkindbetreuung auf eine gesonderte Qualität zu achten.

Der Verband setzt sich nachhaltig für das Angebot der qualifizierten Schulkindbetreuung des Hortes ein. Hausaufgabenbegleitung und damit die Gestaltung von individuellen Lehr-Lernsetting benötigt qualifizierte Fachkräfte und geeignete Rahmenbedingungen. Die fachliche Begleitung und politische Positionierung ist daher für den Verband eine besondere Pflicht.