Medienbildung

Medienerziehung, Medienkompetenz, Medienbildung. Drei Begriffe, die auch in der Frühpädagogik häufig nebeneinander verwendet werden, ohne dass klar gestellt wird, wobei es sich jeweils im Konkreten handelt. Die Begriffe sind nicht gleichzusetzen, sind keine Synonyme. Vielmehr betonen sie jeweils eine eigene Zielrichtung. Medienerziehung legt den Fokus auf die medienpädagogische Praxis. Hier geht es darum, durch konkrete Angebote Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln, damit Medien selbstbestimmt und kritisch genutzt werden können. Medienkompetenz basiert auf einer „Output-Orientierung“ festgelegter Bildungsstandards und beschreibt die erreichten Fertigkeiten und Fähigkeiten. Medienbildung dagegen erweitert die Perspektive. Einerseits steht hier die grundsätzliche Bedeutung der Medien in den Bereichen der Bildung und Kultur im Mittelpunkt und andererseits wird dazu aufgefordert, Medienangebote als Potential zu nutzen für Entwicklungsimpulse und Erfahrungsanregungen im Rahmen einer ganzheitlichen Bildung des Einzelnen.Medienbildung in diesem Sinne ist unverzichtbarer Teil der Bildung in katholischen Kindertageseinrichtungen. Gerade auch mit Blick auf die in der UN-Kinderrechtskonvention verbürgten Rechte auf Information und Zugang zu Medien (Art. 17 UN-KRK).Doch angesichts des immer größer werdenden Medienangebots ist die Verunsicherung bei Eltern und pädagogischen Fachkräften weiterhin groß, wenn es darum geht, zu entscheiden, was in Kindertageseinrichtungen ab welchem Alter und in welcher Form in pädagogische Kontexte eingebettet werden soll. 

Medien sind im Alltagsgeschehen allgegenwärtig und die Mediatisierung der Lebenswelt von Kindern ist unaufhaltsam. Sich für Prozesse der Medienbildung zu öffnen, ist gerade auch vor dem Hintergrund der konzeptionellen Ausrichtung katholischer Kindertageseinrichtungen an der Lebenswelt von Kindern und Familien unabdingbar, kommt doch die virtuelle Lebenswelt der Medien als bedeutsame Dimension hinzu. Konkret geht es für Kindertageseinrichtungen deshalb darum, die pädagogische Aufmerksamkeit auf die Möglichkeiten zu richten, die Medien für kindliche Entwicklungs-, Lern- und Bildungsprozesse bieten. Anzustreben ist somit die Entwicklung von Medienbildungskonzepten, welche die Gestaltung medialer Bildungsräume vorsehen, in denen selbstgesteuerte Lern- und Bildungsprozesse der Kinder ermöglicht werden. Von außen gesetzte Anforderungen der Mediengesellschaft sollte das pädagogische Personal vor diesem Hintergrund kritisch prüfen. In Kindertageseinrichtungen kann es nicht darum gehen, Bildungsziele an ökonomischen Interessen zu orientieren. Nicht angebracht ist andererseits jedoch auch die Verfestigung von bewahrpädagogischen Haltungen und die damit verbundene kategorische Ablehnung von Medienbildung im frühpädagogischen Bereich.

Ein selbstgesteuerter kritisch-reflexiver Umgang mit Medien soll letztendlich dem Erhalt der Selbstbestimmung in der digitalen Welt dienen. Es geht um Medienmündigkeit und darum, „wer am Steuer sitzt“, um zukünftig wertebasierte Entscheidungen treffen und verantwortungsvoll handeln zu können.

Maria Magdalena Hellfritsch, ImpulsKita 2 I 2019 Medienbildung

Artikel von Prof. Dr. Helen Knauf "Digitale Medien in der Kita. Mediatisierung und Digitalisierung", ImpulsKita 2 I 2019 Medienbildung hier zum Nachlesen.

Online Weiterlesen und Informieren

Für Pädagogische Fachkräfte

https://sprachspiele-biss.de: Das Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) hat die „Sprachspiele mit BiSS“ im Rahmen der Bund-Länder-Initiative BiSS (Bildung durch Sprache und Schrift) entwickelt: Neue, aber auch bereits bekannte, Spiele und Alltagsroutinen können damit gezielter für konkrete sprachliche Bildungsziele nutzbar gemacht werden:

  • „Sprachspiele mit BiSS“ www.sprachspiele-biss.de (als App für das Smartphone: Google Playstore)
  • Sprachliche Bildung im Kita-Alltag umsetzen – Filmbeispiele guter Praxis und Qualifizierungsplattform www.fachlich-fit.de

https://www.jff.de/kompetenzbereiche/fruehkindliche-medienbildung/: Das JFF unterstützt vielfältige Medienprojekte in Kindertageseinrichtungen und ist Partner des Modellversuchs.

https://www.internetabc.de/kinder/: Plattform für den Einstieg ins Internet mit Tipps für den richtigen Umgang mit dem Internet für Pädagog_Innen, Kinder und Eltern. Unter https://www.internet-abc.de/kinder/lernen-schule/surfschein/ ist es außerdem möglich, einen „Surfschein“ zu machen.

www.klicksafe.de: die EU-Initiative für Sicherheit im Netz informiert umfassend über Sicherheitsthemen im Internet und vernetzt als Plattform Initiativen und Akteure bundesweit. Extra Informationen und Materialienvorschläge für Pädagog_Innen, Kinder und Eltern unter https://www.klicksafe.de/materialien/.

www.medienkindergarten.wien: Initiative des Wiener Bildungsservers zur Förderung medienpädagogischer Aktivitäten im Elementarbildungsbereich. MeKi informiert rund um die Medienbildung im Kindergarten, stellt Praxisideen für die Medienarbeit vor und unterstützt bei der Auswahl geeigneter Medien, angefangen vom Buch bis hin zur App.

www.medienfuehrerschein-bayern.de der Stiftung Medienpädagogik Bayern: Pädagogische Fachkräfte finden hier kostenlose Materialien, Praxisbeispiele zum Ausprobieren, Hintergrundinformationen und Anregungen für eine kindgerechte und alltagsintegrierte Stärkung der Medienkompetenz von Drei- bis Sechsjährigen.

Für Eltern und Kinder:

https://www.schau-hin.info: Informationen für Eltern zu Themen, Übersicht zu empfehlenswerten Apps und Webseiten in Zusammenarbeit mit jugendschutz.net.

http://www.fragfinn.de informiert Eltern und Kinder und richtet einen sicheren Surfraum für Kinder ein – auch für das Smartphone.

https://www.blinde-kuh.de: Suchmaschine für Kinder seit 1997.

https://www.spieleratgeber-nrw.de: Hinweise, Informationen und Erklärungen zu digitalen Spielen auf verschiedenen Plattformen.

http://www.irights.de: Rechtsfragen im Internet u.a. zu den Themen Urheberrechte, Brennen und Downloads.

https://www.dji.de/ueber-uns/projekte/projekte/apps-fuer-kinder-angebote... Die Datenbank beinhaltet über 500 Rezensionen zu Kinder-Apps, die nach pädagogischen Kriterien bewertet wurden.