Kinder- und Jugendstärkungsgesetz stellt Weichen für eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe - Erfahrungen von katholischen Kindertageseinrichtungen stärker einbeziehen

An der Auftaktveranstaltung des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend zum Beteiligungsprozess für die Gestaltung der inklusiven Kinder- und Jugendhilfe am 27. Juni 2022 hat Geschäftsführerin Alexa Glawogger-Feucht teilgenommen. Ziel der Gesetzesreform ist, ab 2027 alle Leistungen für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen unter dem Dach der Kinder- und Jugendhilfe zusammenzuführen.

Die Leistungen für Kinder mit Behinderung (bundesweit betroffen 360.000 Kinder) sollen künftig als Konsequenz aus dem KJSG zusammengelegt werden - noch in dieser Legislaturperiode sollen die Grundlagen geschaffen werden. "Damit die so gedachte Inklusion wirklich gelingen kann, müssten von politischer Seite noch entscheidende Weichen gestellt werden", so Glawogger-Feucht. " Optimale Begleitung und Förderung jedes einzelnen Kindes in der Kita erfordern eine deutliche Erhöhung der personellen, räumlichen und sächlichen Ausstattung der Kitas in Bayern. Von den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung wird erwartet, dass alles getan wird, um Inklusion erfolgreich umsetzen zu können". Auch sei eine Verwaltungsreform nötig.

"Nach Vorstellung des Verbandes müssen auch Kindertageseinrichtungen als wichtiger Teilbereich der Kinder- und Jugendhilfe bei der Entwicklung der inklusiven Lösung in noch weit größerem Umfang bei Entscheidungen gehört und mit einbezogen werden als bisher", so Glawogger-Feucht. Katholische Kindertageseinrichtungen würden bereits jetzt eine wichtig Rolle auf dem Weg zur Inklusion spielen und könnten auch entsprechende Erfahrungen vorweisen. Auf dieser Erfahrung gelte es weiter aufzubauen.

Mit dem Kinder- und Jugendstärkungsgesetz, das im Juni 2021 in Kraft getreten ist, wurden die Weichen für eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe gestellt. Die Regierungskoalition hat in ihrem Koalitionsvertrag für die 20. Legislaturperiode vereinbart, dass die gesetzliche Ausgestaltung der inklusiven Kinder- und Jugendhilfe in dieser Legislaturperiode erfolgen soll - dementsprechend soll der Beteiligungsprozess dazu beitragen. AGF