Kinder mit Fluchthintergrund in Kitas

Informationen zur Aufnahme von Kindern aus der Ukraine in die Kindertagesbetreuung

Aufgrund des Krieges in der Ukraine kommen derzeit viele Flüchtlinge auch in Bayern an. Darunter ist eine große Anzahl von Frauen mit ihren Kindern. Wir wissen aus der Praxis von der großen Hilfsbereitschaft gegenüber den ukrainischen Flüchtlingen in den katholischen Kitas. Dafür bedanken wir uns bereits jetz sehr herzlich!

Brückenangebote für Flüchtlingskinder
Da es erfahrungsgemäß mehrere Monate dauern wird, bis die ukrainischen Familien einen Aufenthaltstitel haben werden, wird seitens des StMAS darum gebeten  sogenannte „Brückenangebote“ einzurichten. Hier wird z.B. an Spielangebote für ukrainische Kinder und ihre Familien gedacht, die in Räumen der Kindertageseinrichtung im Anschluss an die reguläre Kindertagesbetreuung eingerichtet werden können. Leerstehende Räumlichkeiten könnten parallel zu den Öffnungszeiten von Kindertageseinrichtungen in diesem Sinne genutzt werden. Träger wenden sich bitte zunächst an die zuständige Aufsichtsbehörde. In Absprache mit der Kommune sollte es möglich sein, pragmatische Lösungen zu finden.

Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder aus der Ukraine
Mit der Begründung eines gewöhnlichen Aufenthalts in Bayern haben ukrainische Kinder nach § 24 SGB VIII ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bis zur Einschulung einen Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung. Maßgeblich ist die Prognose, ob sich das Kind voraussichtlich längerfristig im Freistaat aufhält. Falls der Mindestanstellungsschlüssel oder die Fachkraftquote bei zusätzlicher Aufnahme von geflüchteten Kindern nicht eingehalten werden können, ist dies bis einschließlich August 2022 förderunschädlich. Das StMAS hat aufgrund höherer Gewalt die Rechtsfolgen ausgesetzt (AVBayKiBiG § 17 Abs. 4 S. 5). Träger sind gebeten, sich im Vorfeld an die zuständige Aufsichtsbehörde zu wenden.

Das StMAS weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Fördermöglichkeiten über den Leitungs- und Verwaltungsbonus genutzt werden sollen, um Leitungen von Verwaltungstätigkeiten zu entlasten, die auch durch die Aufnahme von Kindern aus der Ukraine entstehen. Zu beachten ist, dass Kinder, die in die Kita aufgenommen werden, einen Masernimpfschutz benötigen. Bitte fordern Sie ein Angebot der Masernschutzimpfung bei den zuständigen Ämtern ein.
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Handreichung "Geflüchtete Kinder aus der Ukraine gut begleiten" des IFP

Das Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP) hat zur Unterstützung der Praxis die neue Handreichung „Geflüchtete Kinder aus der Ukraine gut begleiten – Informationen für Fachkräfte und andere Engagierte in Kindertageseinrichtungen, der Kindertagespflege und niedrigschwelligen Angeboten der Kinderbetreuung“ erstellt. > abrufbar hier

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Alternative frühkindliche Angebote vor dem Einstieg in die KiTa
Im Rahmen des Bundesprogramms „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“, das seit 2017 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird, sind zahlreiche niedrigschwellige Spiel- und Bildungsangebote entstanden und weiterentwickelt worden, die Familien einer sehr heterogenen Zielgruppe den Zugang zum System der frühkindlichen Bildung nahebringen sollen.

Broschüre: Praxisimpulse aus dem Bundesprogramm „Kita-Einstieg – Brücken bauen in frühe Bildung“ verfügbar unter: https://kita-einstieg.fruehe-chancen.de/fileadmin/PDF/Kita-Einstieg/Kita...

In der Broschüre sind drei niedrigschwellige Spielangebote und Aktivitäten für Kinder und Familien in Bayern beschrieben:
•    Eine Kita-App informiert über die  örtliche Kindertagesbetreuung Stadt Würzburg (Bayern)
•    Kita St. Elisabeth-Weiden: Mit allen Sinnen –  ein Garten als Ort der Begegnung Stadt Weiden (Bayern)
•    Zusammenarbeit mit Müttern  und  Kindern aus Gemeinschaftsunterkünften Stadt Traunreut (Bayern)

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Publikation "Mit Kinder über Krieg sprechen. Was Kinder brauchen und Eltern wissen sollten"
>abrufbar hier

Eine Initiative im Rahmen der Kooperation des Zentralinstituts für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG)
der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt mit dem Katholischen Militärbischofsamt (KMBA) Berlin
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Hilfetelefon und Ratgeber
Hilfetelefon: Als zentrale Erstanlaufstelle haben die Freie Wohlfahrtspflege Bayern und das StMAS ein Hilfetelefon eingerichtet, das täglich unter der Nummer 089 57793199 (Mo bis Fr 8.00 bis 20.00, Sa und So 10.00 bis 14.00 Uhr) besetzt ist. Kontakt auch per E-Mail möglich: Ukraine-hotline@freie-wohlfahrtspflege-bayern.de
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Online-Ratgeber: "Mit Kindern über schlimme Nachrichten sprechen"
Bilder vom aktuellen Krieg, von Terroranschlägen, der Pandemie oder Naturkatastrophen sind aus den Nachrichten nicht mehr wegzudenken. Kinder brauchen bei der Verarbeitung dieser Bilder Unterstützung. Das Zentrum Bayern Familie und Soziales/ Bayerisches Landesjugendamt hat den Online-Ratgeber "Mit Kindern über schlimme Nachrichten sprechen" erstellt, der hier abrufbar ist >mehr
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Bayerischer Erziehungsratgeber Bayern
Mit Kindern über den Krieg sprechen: Der Bayerische Erziehungsratgeber hat eine Link-Liste mit weiterführenden Informationen veröffentlicht >abrufbar hier

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Aktion Friedenszeichen
Gerne machen wir auf die "Aktion Friedenszeichen" des Religionspädagogischen Zentrums Bayern (RPZ) aufmerksam: Als ein lebendiges Zeichen des Friedens, der Freiheit und des füreinander Daseins können sich Bildungseinrichtungen an einer Fotoaktion beteiligen. So sind auch Kindertageseinrichtungen eingeladen, ihre Aktionen als Zeichen des Friedens öffentlich zu machen und ein Foto der Aktion an das RPZ zu senden. Die Bilder werden zu einer Collage in Form einer Friedenstaube zusammengefügt und per Website veröffentlicht. Wir freuen uns über eine zahlreiche Beteiligung der katholischen Kindertageseinrichtungen. Einsendeschluss ist der 14. Mai 2022 (formlose Mail an rpz@rpz-bayern.de ist ausreichend).

Aktuelles Bild der Friedenstaube hier.
Ausschreibung mit weiteren Informationen hier abrufbar