Katholische Sprach-Kitas im Landtag

Der Caritasverband Würzburg präsentierte im Bayerischen Landtag im Rahmen einer Infoveranstaltung die Ergebnisse seiner Beteiligung am Bundesprojekt "Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration".

Vertreter katholischer Kitas zu Gast im Bayerischen Landtag: Der Caritasverband Würzburg informierten Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Abgeordnete über das Programm Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration und seine Umsetzung im Bistum Würzburg. Mehr als 40 katholische Kitas des Bistums hatten sich beteiligt. Beim Essen, Spielen oder Wickeln: Das Programm hat zum Ziel, die sprachliche Entwicklung in Alltagssituationen bereits bei den Allerkleinsten fördern.

"Hier geht es um das höchste Gut geht, das wir haben, es geht um unsere Kinder, von den ganz kleinen, den sogenannten Krippenkindern, bis hin zu den großen, den sogenannten Vorschulkindern", hob Stamm die Bedeutung des Projektes hervor. "Wir wissen ja, dass die ersten Jahre die entscheidenden für die kindliche Entwicklung sind". Viele Kinder würden heutzutage genauso viel Zeit in der Kita wie Erwachsene in der Arbeit verbringen. "Und weil das so ist oder zumindest bald so sein wird, muss man mit der Sprachförderung möglichst früh beginnen", so Stamm. Untersuchungen hätten gezeigt, dass ein dreijähriges Kind mit vielen Sprachimpulsen einen fast doppelt so großen Wortschatz habe wie ein gleichaltriges Kind, das keine solche Förderung hat. Wer besser sprechen könne als andere, würde auch besser wahrgenommen und gefördert.

Die positiven Ergebnisse des Projekts hob Pia Theresia Franke, Geschäftsführerin des Verbandes katholischer Kindertageseinrichtungen in ihrem Grußwort hervor. "In den Schwerpunkt-Kitas geschieht die alltagsintegrierte Sprachförderung ganz bewusst. Außerdem hat sich das Selbstverständnis im Umgang mit Sprache in der Kita verändert. Die Interaktion im Alltag und der bewusste Dialog haben an Bedeutung zugenommen". In der Umsetzung des Projekts sei die pädagogische Arbeit mit den Kindern im den Vordergrund gestanden: Gemeinsam sei eine sprachanregende Atmosphäre geschaffen worden, die Spiel- und Arbeitsbereiche der Kinder seien reflektiert worden. „Die Kinder waren bei Umgestaltungen von Bereichen und Räumen mit einbezogen und die Methodenvielfalt zur Umsetzung alltagsintegrierter sprachpädagogischer Arbeit hat zugenommen“, betonte Franke.

Auch die Zusammenarbeit mit Eltern sei gefördert worden: Eltern hätten gerne Impulse zu sprachanregenden Medien angenommen und wussten es zu schätzen, über die Sprachentwicklung ihres Kindes profund informiert zu werden. "Die Bedeutung der alltagsintegrierten Sprache herauszuarbeiten und umzusetzen hat überzeugt. Wichtig dabei ist: Es ging um das Entdecken und Schaffen von Möglichkeiten im Alltag, um die sprachliche Bildungsarbeit und die Alltagssituationen in der Kita als Sprachanlässe zu nutzen", so Franke. Begleitend zur Infoveranstaltung war eine Ausstellung aufgebaut, die die Möglichkeiten der sprachlichen Förderung im Alltag aufzeigten.