Interessensbekundungsverfahren für Bayern gestartet

Am 9. Mai 2019 ist das Interessensbekundungsverfahren für das Bundesprogramm Fachkräfteoffensive für das Bundesland Bayern gestartet. Träger von Kinderbetreuungseinrichtungen können über ein Onlineverfahren insgesamt vier Wochen Interesse bekunden. Das Online-Verfahren finden Sie unter www.bundesprogramm-fachkraefteoffensive.de.

Weitere Informationen zum Bundesprogramm Fachkräfteinitiative hier.

294. Newsletter des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales zum Bundesprogramm Fachkräfteoffensive

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Informationen des StMAS zum Bundesprogramm:

1) Zum Ausbildungsbonus
Die im Bundesprogramm vorgegebenen Anrechnungsmöglichkeiten in den förderrelevanten Anstellungsschlüssel weichen von den in Bayern geltenden Vorgaben zum Modellversuch „Erzieherausbildung mit optimierten Praxisphasen (OptiPrax)“ ab: Das Bundesprogramm sieht zudem eine Einrechnung der Auszubildenden in den förderrelevanten Anstellungsschlüssel als Fachkräfte vor. Dies ist nicht akzeptabel. In Bayern erfolgt die Einrechnung der OptiPrax-Auszubildenden als Ergänzungskräfte. Nach Rücksprache mit dem BMFSFJ kann diese landesspezifische Regelungaberbeibehalten werden. Somit bleibt die Einrechnung als Ergänzungskräfte auch für den Förderzeitraum des Bundesprogramms bestehen.

                                   Anrechnung gemäß                                Anrechnung gemäß landesspezifischer
                                 Bundesprogramm als Fachkräfte                Regelung (BY) als Ergänzungskräfte*

1. Ausbildungsjahr           0%                                                                         0%
2. Ausbildungsjahr          30%                                                                       50%
3. Ausbildungsjahr          70%                                                                      100%

* Gilt für dieOptiPraxVariante 2 (Fach-/Abiturienten) und 3 (Quereinsteiger/innen).Die vierjährige OptiPrax-Ausbildung für Bewerber/innen mit mittlerem Bildungsabschluss sieht eine Anrechnung wie folgt vor: 0% im 1. Jahr, 50% im zweiten und im dritten sowie 100% im vierten Jahr.

Laut Bundesprogramm können nur Ausbildungsplätze gefördert werden, die zusätzlichangeboten werden. Unsererseits ist es von hoher Bedeutung, dass unter bestimmten Bedingungen derzeit (noch) bestehende Ausbildungsplätze ebenfalls gefördert werden können, nicht nur die zusätzlichen Plätze. Hintergrund hierfür ist, dass die Bereitschaft der bayerischen Träger zur Finanzierung der Ausbildungsstellen im Rahmen von OptiPrax zunehmend schwindet. Besonders die langen Phasen der Fremdpraktika im Zuge der Breitbandausbildung erschweren es vor allem kleineren, weniger finanzstarken Trägern, einen OptiPrax-Auszubildenden für die gesamte Ausbildungsdauer zu fördern. Hinzu kommt, dass für den Bereich der Kindertagesbetreuung eine Refinanzierungsmöglichkeit über die stufenweise Anrechnung in den förderrelevanten Anstellungsschlüssel bereits gegeben ist. Diese Möglichkeit haben die sonstigen Träger der Jugendhilfe nicht. Wichtig ist, auch diese Träger als Ausbildungsstellen zu halten. Mit dem BMFSFJ konnte dieser Aspekt vorbesprochen werden. Demzufolge könnte im Zuge des Interessenbekundungsverfahrens das Bewertungskriterium der „Zusätzlichkeit“ individuell bewertet werden. Wir empfehlen daher, entsprechende Anträge gegenüber der Regiestelle des Bundes bezogen auf die „Zusätzlichkeit“ ausführlich zu begründen.

2) Zum Praxisbonusund Aufstiegsbonus
Die finanzielle Förderung der Praxisanleitungen sowie weitere Tätigkeitsfelder in der Kindertageseinrichtung sind im Ansatz zu begrüßen. Aber es ergeben sich Bedenken bezü-lich der Gleichbehandlung.Ein Beispiel: Beantragt ein Träger mit 40 Kindertageseinrichtungen Fördermittel für seine Praxisanleitungen in den Einrichtungen und erhält lediglich Mittel für fünf der insgesamt 40 Fachkräfte, wäre es rechtlich bedenklich,den Förderbetrag den anderen 35 Fachkräften nicht zu gewähren. Darüber hinaus handelt es sich bei dem Bundesprogramm um eine zeitlich befristete Anschubfinanzierung. Die einzelnen Förderposten sind tarifvertraglich nicht abgesichert. Wir regen daher an, von vornherein eine notwendige Finanzierung nach Beendigung des Bundesprogramms mit zu bedenken. Staatlicherseits kann keine Kompensation in Aussicht gestellt werden