Inklusion darf kein Sparmodell sein

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München, 9. Dezember 2014 - Der Verband Katholische Kindertageseinrichtungen Bayern e.V. hat ein Memorandum zum Thema Inklusion entwickelt. Inklusion sei eine Vision und Aufgabe für die ganze Gesellschaft, der es Schritt für Schritt näher zu kommen gilt. Die Vielfalt der Menschen solle als Chance und Bereicherung gesehen werden. Die Kindertageseinrichtungen spielen bei der Verwirklichung der Inklusion eine große Rolle, denn sie sind der erste Ort, an dem viele unterschiedliche Kinder sind. Die Verwirklichung der Inklusion in Kindertageseinrichtungen stelle aber hohe Anforderungen an das Personal und die räumliche Ausstattung der Kitas. Um die Rahmenbedingungen zu verbessern, appelliert der Verband an Verantwortliche in Politik und Verwaltung, Ressourcen bereitzustellen. „Inklusion darf kein Sparmodell sein“, erklärte Pia Theresia Franke, Geschäftsführerin des Verbandes katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern im Rahmen des Bayerischen Bildungsdialogs am 8. Dezember in München.

Es gehöre zum Auftrag katholischer Kindertageseinrichtungen, den Grundstein für eine inklusive Gesellschaft zu legen, so Landes-Caritasdirektor Bernhard Piendl, Vorsitzender des Verbandes katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern. „Kitas nehmen sich dem Thema engagiert an, dennoch stehen wir erst am Anfang der Entwicklung“, so Franke. Um Inklusion in Kitas zu leben müsse die inklusive Pädagogik weiterentwickelt werden. Nur so könnte das Potential jedes einzelnen Kindes wahrgenommen werden. Nach der Ratifizierung der UN Konvention zum Schutze der Reche von Menschen mit Behinderung stehen Teilhabe und Gleichberechtigung im Mittelpunkt. „Inklusion bedeutet nicht nur die gemeinsame Bildung und Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung sondern zielt umfassend auf die Herstellung von Bildungsgerechtigkeit“, so Franke.

Den Ansatz der „Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung“ stellte Petra Wagner vom Institut Kinderwelten (Berlin) beim Bayerischen Bildungsdialog vor. Wagner fordert gegenüber Kindern Gerechtigkeit und Fairness und ein Aktivwerden gegen Unrecht und Diskriminierung. Mit der Reihe „Bayerischer Bildungsdialog“, der 2014 unter der Schirmherrschaft von Emilia Müller, Bayerischer Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration stand, will der Verband eine grundlegende Debatte über die Qualität der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung anstoßen. In diesem Jahr stand in vier Fachvorträgen das Thema „Inklusion“ im Vordergrund.