Herausforderungen für Kindertageseinrichtungen heute

München 24.01.2017 – Für mehr interreligiöse Bildung in den Kindertageseinrichtungen hat Mirjam Schambeck, Freiburger Professorin für Religionspädagogik plädiert. „Kita ist einer der wichtigsten Lebens- und Glaubensorte für Kinder“, so Schambeck. Die Vielfalt von verschiedenen Religionen sei Realität. „Religiöse Bildung muss daher auch immer interreligiöse Bildung sein“. Die christliche Religion sei immer mitbedacht. Der Vortrag fand am heutigen Dienstag in München anlässlich der Feier zum 100. Gründungstag des Verbandes katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern statt. Religiöse Bildung im Sinnen einer interreligiösen Bildung trage dazu bei, Vorurteile abzubauen und zugleich eine Überzeugung für das eigene Leben zu finden. „Dazu werden aber Experten und Wissen benötigt. So können Kinder andere Religionen authentisch ohne Zerrbilder erleben“. „In den katholischen Kindertageseinrichtungen spiegelt sich die Vielfalt der Kulturen und Religionen. Im täglichen Miteinander wird für Kinder und Erwachsene konkret erlebbar, wie ein friedvolles Zusammenleben verwirklicht werden kann ohne dass der Einzelne seine eigene Position aufgeben muss. Keiner sollte dabei ausgeschlossen werden.“, so Maria Magdalena Hellfritsch, Geschäftsführerin des Verbandes.

Generell seien Kindertageseinrichtung „nach wie vor ein wichtiger Ort, wo den Kindern die Möglichkeit gegeben wird die Welt zu entdecken. Dies gelte vor allem für benachteiligte Kinder. „Der Anspruch für die Kindertageseinrichtung hängt hier hoch“, so Schambeck. Kennzeichen einer katholischen Kindertageseinrichtung sei aber gerade auch, dass die Sorge um Benachteiligte in den Mittelpunkt gestellt würde. Zudem würde jedem einzelnen Kind Wertschätzung entgegegen gebracht werden. „Auch den großen Fragen des Lebens wird Platz eingeräumt“. Zudem würden Kinder in katholischen Kindertageseinrichtungen Religion als Lebensüberzeugung kennenlernen lernen.

An die Geschichte des Verbandes erinnerte Landes-Caritasdirektor Bernhard Piendl, Vorsitzender des Verbandes. Am 24. Januar 1917 ist der Verband in München von Geistlichen und engagierten katholischen Frauen gegründet worden. „Aus christlicher Verantwortung heraus stand immer im Vordergrund, die Kinder und ihre Familien mit ihrer aktuellen Lebenssituation in den Blick zu nehmen“, so Piendl. (AGF)