Gelungene Kommunikation mit Kindern

Gelungene Kommunikation mit Kindern

Vortrag im Rahmen des Bayerischen Bildungsdialogs in München

Verstehen, Beziehung aufbauen und authentisch bleiben: Wichtige Eckpunkte in der Kommunikation mit Kindern, hob Referent Frank Gaschler in seinem Vortrag "Gewaltfreie Kommunikation" hervor. Gewaltfrei sei die Kommunikation dann, wenn Menschen in Beziehung kommen. Wenn die Bedürfnisse der Kinder übergangen und missachtet würden, leide die Beziehung und es entstünde Gewalt. Der Vortrag in München eröffnete den dritten Bayerischen Bildungsdialog, den der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern e.V. gemeinsam mit der Katholischen Stiftungsfachhochschule München veranstaltet. Schwerpunktthema ist in diesem Jahr „Die Welt in der Kita, Kulturen und Werte gemeinsam leben“. „Gewaltfreie Kommunikation kann in der Kita, wo Menschen mit unterschiedlichen Werten und Kulturen aufeinandertreffen, als Brückenbauer und gemeinsame Basis dienen“, so Organisatorin Pia Theresia Franke, Geschäftsführerin Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern. Auch Landescaritasdirektor Bernhard Piendl betonte die Bedeutung des Dialoges.

„Gewaltfreie Kommunikation ist ein Schlüsselthema für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen, sowohl strukturell als auch im Alltag“, unterstrich Herrmann Sollfrank, Präsident der Katholischen Stiftungsfachhochschule bei der Begrüßung. In seinem Konzept der gewaltfreien Kommunikation bezieht sich Gaschler auf den Amerikaner Marshall Rosenberg. Verstanden werden und die Beziehung untereinander zu stärken seien dabei als eine Haltung zu verstehen, wie mit anderen Menschen und mit sich selbst umgegangen werde. Rosenberg prägte den Satz, dass „hinter jedem aggressiven Verhalten ein unerfülltes Bedürfnis steht“.

Vier Schritte zeichnen die gewaltfreie Kommunikation aus: Zunächst müsse die eigene Beobachtung wertfrei ausgedrückt werden, dann das Gefühl. Schließlich sollte das Bedürfnis artikuliert und die sich daraus ergebende Bitte geäußert werden. Aufrichtigkeit und Einfühlung seien hierbei hilfreich. „Es geht ums Miteinander und um die Kraft, das Miteinander zu gestalten“, so Gaschler. Gemeinsames Lernen heiße hier, dass sich Erwachsene zusammen mit Kindern auf den Weg machen, um dabei mit- und voneinander zu lernen. Gaschler gehe es dabei nicht um ein starres Konzept, sondern „um den gemeinsamen Prozess des Wachsens, Entdeckens, und Erlebens. Gerade dann, wenn niemand perfekt ist, haben alle Raum, um zum Lernen beizutragen“.

„Es müssen die Bedürfnisse aller beachtet werden, bei einem Missverhältnis schleichen sich Schuld und Schuldgefühle ein. Wie ich mit mir selbst umgehe, so gehe ich auch mit anderen um“, erklärt Gaschler. „Gewaltfreie Kommunikation ist ein sprachliches Mittel, um Empathie erlebbar zu machen“. Dieses Repertoir müsse gelernt werden. Kinder greifen auf ein erlerntes Handlungsrepertoir zurück. Dieses würden sie auch von den Eltern und anderen Bezugspersonen wie Erzieherinnen erlernen. Daher sei es wichtig, „ein Miteinander zu leben statt ein aufopferndes Füreinander“.

Außerdem stellte Gaschler sein Projekt „Giraffentraum“ vor, das auch an Kitas umgesetzt werden könne. Mit Hilfe einer Plüschgiraffe würden Kinder in verschiedenen vorbereiteten Einheiten lernen mit ihren Gefühlen in Kontakt kommen und Vertiefungsübungen zu den vier Schritten lernen. Die Giraffe diene als Symboltier, da sie einen langen Hals habe, der ihr die nötige Distanz verschaffe, Emotionen und Gefühle zu erkennen. Außerdem sei die Giraffe das Landtier mit dem größten Herzen. „Das ist letztlich das Ziel, von Herz zu Herz, von Gefühl zu Gefühl und von Bedürfnis zu Bedürfnis zu kommunizieren“, betonte Gaschler.

Mit der Reihe des Bayerischen Bildungsdialogs wollen der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern e.V. und die Katholische Stiftungsfachhochschule München eine breite und fundierte Debatte über die Qualität der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung aus unterschiedlichen Blickwinkeln anstoßen. Kulturen und Werte stehen im Mittelpunkt dieser dritten Veranstaltungsreihe. Die Schirmherrschaft hat Staatsministerin Emilia Müller.

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