Fachtag Inklusion in Würzburg

Herausfordernd und spannend

Der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen hat gemeinsam mit dem Caritasverband Würzburg in der Kürnachhalle einen Fachtag zum Thema "Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung" veranstaltet.

Geschäftsführerin Pia Theresia Franke betonte in ihrem Grußwort: "Herausfordernd, spannend und manchmal auch schwierig  - so wird bereits der Weg zur Inklusion beschreiben. Mit dem Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte der Menschen mit Behinderungen im Artikel 24 haben die Vertragsstaaten, auch die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2009, das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung anerkannt  und zugleich zusichert, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen herzustellen. BRK – keine Spezialrechte von Menschen mit Behinderung, sondern um die Umsetzng von allgemeinen Menschenrechten für alle Menschen mit und ohne Behinderung. Vielfalt ist in Kindertageseinrichtungen eine natürche Gegebenheit. Die Diskussion zur Inklusion in Kindertageseinrichtungen wird unserer Einschätzung nach oft verkürzt nur in Bezug auf Kinder mit einer offensichtlichen Beeinträchtigung oder einem diagnostizierten besonderen Bedarf geführt. Dabei bleibt unberücksichtigt, dass die Entwicklung einer inklusiven Kultur in der Kindertageseinrichtung nicht nur eine Notwendigkeit für einige wenige ist, sondern ein Gewinn für alle ist". Inklusion sei eine Großbaustelle, betonte Michael Deckert, Leiter des Fachbereichs Katholische Tageseinrichtungen für Kinder. "Es sind viele Schritte noch notwendig. Barrierefreiheit muss im Kopf beginnen".

Vortrag der Referentin Petra Wagner

Grußwort Pia Theresia Franke

Mehr als special need education

Lebens- und Lernsetting bei dem jedes Kind auf seine Weise zum Zug kommt. Das ist das herausfordernde – das uns alle herausfordert und gleichermaßen auffordert. Als katholischer Fachverband setzen wir uns gerade eben dafür ein, dass Inklusion zu einem exponierten Element des christlichen Profils wird. Wir wissen auch dass Inklusion zu verwirklichen anspruchsvoll ist. Es geht um mehr – Dabeisein ist nicht alles.

Gleichheit, Rechte, Teilhabe, Respekt für Vielfalt, Gemeinschaft, Nachhaltigkeit, Gewaltfreiheit, Vertrauen

Inklusion geht von einem Gesellschaftsbegriff aus, der alle Menschen mit ihren individuellen Fähigkeiten umfasst. Kurz gesagt: „Es ist normal, verschieden zu sein!“ Inklusion hat das Ziel, Chancengleichheit und gleichberechtigte soziale Teilhabe für jede Einzelne und jeden Einzelnen zu garantieren. In einer inklusiven Gesellschaft erhält jeder die Unterstützung und Förderung, die er braucht, um sich bestmöglich zu entfalten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.

Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Doch sind wir frei von Vorurteilen – von vorauseilenden Urteilen? Wir machen uns ein Bild von der Welt – wie sie für uns ist? Im frühkindlichen Bereich sprechen wir davon dass sich das Kind die Welt konstruiert und sprechen von Ko-Konstruktion.  Dabei müssen wir immer auch auf uns blicken: Wie sehen wir unser Gegenüber? Vereinfachen wir uns so manche Situation bis sie für uns passend ist? Wissen wir so gleich wie unser Gegenüber tickt? Vielfalt in der Kita das heißt vielfältige Kinder, Familien und Mitarbeiterinnen. Vielfalt fordert uns auf, sich des Vorhandenseins und der Auswirkungen von Vorurteilen und Diskriminierung bewusst zu werden.

Von Seiten des Verbandes  sind wir überzeugt: Inklusion gelingt nur partizipativ! Partizipation bedeutet dabei vor allem:

• Betroffene und Interessierte zur Mitarbeit zu gewinnen,
• die Bedürfnisse der vielfältigen Gruppen zu kennen und
• die Umsetzung der Maßnahmen auf möglichst alle Schultern zu verteilen.

Zugleich fordert es die Verantwortlichen in Politik, Administration, Wissenschaft und Praxis zu neuen Verantwortlichkeiten und neuen Bereitschaften  heraus.