Delegiertenversammlung

Die erste Delegiertenversammlung des Verbandes katholischer Kindertageseinrichtungen hat am 12. Oktober 2017 im Münchener Salesianum stattgefunden. Neben den Delegierten hatte der Vorstand auch den neu gegründeten Beirat und ausgewählte Ehrengäste eingeladen.

Im Zentrum der Tagesordnung der Delegiertenversammlung standen der Tätigkeitsbericht des Vorstandes für den Berichtszeitraum 2015 bis 2017 sowie die Anträge der Delegierten. „Ich freue mich, dass die Delegierten mit ihren Anträgen die Möglichkeit der Beteiligung aufgegriffen haben und so die zukünftige Arbeit des Verbandes aktiv mitgestalten“, so Geschäftsführerin Maria Magdalena Hellfritsch.

In seiner Begrüßung erinnerte der Vorstandsvorsitzende Prälat Bernhard Piendl an die Geschichte des Verbandes, der im Januar 1917 gegründet wurde und so im Januar 2017 sein 100 jähriges Bestehen im Rahmen einer 2tägigen Jubiläumsveranstaltung feiern durfte. Es sei der Weitsicht der damals Verantwortlichen zu verdanken, dass der Verband mit Blick auf die notwendigen Unterstützungsleistungen für katholische Kindertageseinrichtungen in Bayern gegründet  wurde.

Als einen wichtigen Arbeitsschwerpunkt des Verbandes seit 2014 stellte der Vorsitzende die unbürokratische und effektive Unterstützung von Flüchtlingskindern und ihren Familien in Politik, Kirche und Gesellschaft heraus. Der Verband forderte hierzu beispielsweise eine Pauschalfinanzierung bei Aufnahme eines Kindes mit Fluchthintergrund, um Material, Übersetzungshilfen, Fortbildungen oder zusätzliche Personalstunden finanzieren zu können. Die neu gegründete diözesenübergreifende Arbeitsgruppe „Kinder mit Fluchthintergrund“ hatte es sich zur Aufgabe gemacht, landesweit die aktuelle Situation der Kinder mit Fluchterfahrung in Bayern zu erheben, Forderungen an die Politik zu formulieren und konkrete Unterstützungsleistungen für das pädagogische Personal, die Kinder und Eltern zu entwickeln. Gegenüber dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS) machte sich der geschäftsführende Vorstand stark für die Ausweitung der Förderfaktoren für Asylbewerberkinder mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung. Nach der aktuellen Gesetzeslage können in den Kindertageseinrichtungen nämlich nur Asylbewerberkinder mit seelischer Behinderung mit einem höheren Gewichtungsfaktor gefördert werden. Die Regelungslücke wurde seitens des StMAS erkannt und Lösungsmöglichkeiten sollen gemeinsam gesucht werden. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Arbeit im Berichtszeitraum war der Einsatz für die Einführung des Jahresmittelwerts hinsichtlich der Einhaltung des Personalschlüssels (§ 17 Abs. 4 AVBayKiBiG) als Fördervoraussetzung und somit für eine Verwaltungsvereinfachung.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Neues aus dem Verband“ machte Geschäftsführerin Maria Magdalena Hellfritsch auf aktuelle Aktivitäten im Rahmen der politischen Interessensvertretung aufmerksam: „Der Verband setzt sich u.a. ein für die Refinanzierung von Zeitkontingenten für Leitungsaufgaben, für zusätzliche qualitative Steuerung im System, für Maßnahmen zur Gewinnung von Fachkräften und für eine generelle finanzielle Entlastung der Träger von Kindertageseinrichtungen, die Studierende in der Erzieherausbildung anstellen“, so Hellfritsch.

Der Delegiertenversammlung ging am Vormittag eine Fachveranstaltung mit dem Schwerpunktthema „Familienorientierung“ voraus. Geschäftsführerin Maria Magdalena Hellfritsch verdeutlichte in ihrem Einführungsvortrag die Notwendigkeit, katholische Kindertageseinrichtungen zu „Familienhäusern“ zu entwickeln. „Kindheit verlagert sich zunehmend von der privaten Sphäre der Familie in den Lernort Kindertageseinrichtung. Wir müssen den Fokus vom individuellen Kind auf die Einbindung der Familien einschließlich ihres sozialen Kontextes richten und die Angebote im Pastoral- und Sozialraum vernetzen. So können wir für alle Familien ein passgenaues Angebot vorhalten, Familien frei gestaltbare Zeit ermöglichen und Kitas gleichzeitig zu Orten einer lebendigen Gemeinde weiterentwickeln“, erklärte Geschäftsführerin Maria Magdalena Hellfritsch. Um dies mit der nötigen Qualität umsetzen zu können würden in Zukunft auch neue Ansätze der Personalgewinnung nötig sein. Ministerialrat Dr. Hans Eirich, Leiter des Referats „Frühkindliche Bildung und Erziehung“ am StMAS stellte in diesem Zusammenhang das vom Freistaat geförderte Weiterbildungsprogramm: „Fachkräfte mit besonderer Qualifikation“ zum Ausbau multiprofessioneller Teams vor. Hans Jürgen Dunkl, Leitender Ministerialrat und stellvertretender Leiter der Abteilung „Familie, Kinder, Jugend“ am StMAS thematisierte die jetzt schon angespannte Personalsituation mit Blick auf die ständig steigenden Bedarfe im Rahmen der Schulkindbetreuung. HEL/AGF

Die Mitgliederversammlung vom 24. Oktober 2012 hat im Zuge einer Satzungsänderung beschlossen, die bisherige Mitgliederversammlung als eine Delegiertenversammlung durchzuführen. Die Satzung des Verbandes legt fest:

„Die Mitgliederversammlung setzt sich zusammen aus … den Delegierten der Mitglieder aus den jeweiligen (Erz-) Diözesen, wobei die Mitglieder aus jeder Diözese die Delegierten nach eigener Regelung wählen und entsenden. Als Maßgabe gelten ein Delegierter pro zehn Einrichtungen; …“ (§ 7, Abs. 2).

Archiv: Mitgliederversammlung Mai 2015